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Katharina Meier-Batrakow
Psychologin & Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

“Jemanden zu umarmen, um Trost zu spenden, ein Kind zu halten, um es zu beruhigen - all das sind altbewährte Methoden zur Stressreduktion.”

Wie sind Sie auf das Konzept Therapiedecken gestoßen?

Während meiner Tätigkeit in einer Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie beobachtete ich den Einsatz von Therapiedecken bei Kindern mit verschiedenen psychischen Erkrankungen und Belastungen. Die Therapiedecken wurden dort beispielsweise im Rahmen der Ergotherapie (ein Baustein des Behandlungskonzeptes) oder im stationären Alltag eingesetzt.

Mit Anleitung und etwas „Übung“ konnten die Kinder von der beruhigenden und entspannenden Wirkung der Therapiedecken profitieren und nutzen diese beispielsweise in Situationen mit hohen Spannungszuständen.

Wie empfinden Sie selbst das Verwenden einer Gewichtsdecke?

Um etwas auszuholen: Nach der Geburt unserer Tochter folgten einige Monate mit wenig Schlaf und vielen unterbrochenen Nächten. Als der Schlaf unserer Tochter dann ruhiger wurde, blieb mein Schlaf noch einige Zeit unruhig – als sei mein Körper noch „unter Anspannung“ und „Alarmbereitschaft“. Der Prozess des wieder ruhigen Schlafens dauert bis heute noch an: ich spüre und sehe (durch das Schlaftracking), dass ich noch viel im Leichtschlaf bin und häufig kurz erwache. Dadurch bin ich morgens oft unausgeschlafen. Mit Hilfe der Therapiedecken, konnte ich nach nun 3 Wochen erste Verbesserungen feststellen. Ich verzeichne mehr des erholsamen Tiefschlafes und weniger Wachphasen insgesamt. Dies passierte natürlich nicht von heute auf morgen – auch ich brauchte zunächst einige Tage, um mich (und meinen Körper) an das Gewicht zu gewöhnen. Mittlerweile „streiten“ wir uns mit meinem Mann, wer mit der Gewichtsdecke schlafen darf.

Auch meine Tochter hat eine Gewichtsdecke entsprechend ihrer Größe und ihrem Alter – zunächst findet sie die Motive des Bezuges total klasse und liebte die Decke von Beginn an. Sie hat sich vom ersten Tag nicht an dem zusätzlichen Gewicht gestört und bezeichnete die Therapiedecke als „Kuscheldecke“. Interessant finde ich hierbei, dass sie das zusätzliche Gewicht scheinbar tatsächlich als „kuschelig“ empfindet. Ich habe den Eindruck, dass sie mit Hilfe der Decke und einem schönen Einschlafritual gut zur Ruhe kommt und nicht mehr so viel umher „wühlt und zappelt“, was ihr das Einschlafen erleichtert. Sie musste auch als Baby immer gepuckt werden, womöglich ist dies ein ähnlicher Effekt für „große Kinder“.

In welchen medizinischen Bereichen ist Ihrer Meinung nach der Einsatz von Therapiedecken sinnvoll? Wo setzen Sie Therapiedecken bereits erfolgreich ein? Und wo sehen Sie noch Potential / Bedarf?

Meines Erachtens nach ist der Einsatz von Therapiedecken sehr vielfältig denkbar. In jedem Altersbereich vom Kleinkindalter an. Wir leben in einer Welt mit vielen Reizen, alles ist schnelllebig und häufig mit Stress und Druck verbunden. Das beginnt auch schon bei kleinen Kindern in der Grundschule oder gar im Kindergarten. Hier profitieren viele Menschen von Ruheinseln am Tag und erholsamem Schlaf.

Ich sehe den Einsatz von Therapiedecken daher nicht nur im klinischen Bereich, zum Beispiel in Kinderkliniken, therapeutischen Praxen, Pflegeeinrichtungen, sondern Potential besteht auch im subklinischen und präventiven Bereich. Damit meine ich Menschen, die Schwierigkeiten beim Ein- und Durchschlafen und/oder beruflichen/privaten Stress haben. Dauerhafter Stress und oft einhergehend schlechterer Schlaf sind bekannter Maßen Risikofaktoren für körperliche und psychische Erkrankungen.

Und natürlich auch wie in meinem Beispiel bei Eltern, die nach einer längeren „Stressphase“ wieder zurück zu mehr und tieferem Schlaf finden möchten. Denn eine längere Phase mit wenig Schlaf ist einfach körperlicher Stress und der muss erst einmal verarbeitet werden.

Natürlich ist es hierbei wichtig, die Therapiedecken nicht als „Allheilmittel“ zu betrachten – auch eine dauerhafte Anpassung des Lebensstils ist wichtig, wenn man viel Stress hat und unter Schlafschwierigkeiten leidet. Und dennoch kann die Therapiedecke einen Teil zur „Therapie“ beitragen und ein Baustein zur Steigerung der Lebensqualität sein.

Ihr Fazit aus persönlicher oder medizinischer Sicht

Gerade in der aktuellen Zeit rund um das Corona-Virus ist der Körperkontakt zwischen Menschen noch mehr eingeschränkt als es sowieso schon der Fall in unserer modernen Welt ist. Nicht zu vergessen ist aber, dass unsere Haut, unser Nervensystem bei Stress auf Körperkontakt sehr positiv reagieren kann. Jemanden zu umarmen oder seine Hand zu halten, wenn derjenige Trost braucht, ein Kind zu halten, um es zu beruhigen – all das sind altbewährte Methoden zur Stressreduktion. Eine Therapiedecke simuliert unter anderem eben jene körperliche Empfindung und ist durch diesen Effekt sowohl medizinisch/therapeutisch als auch privat zu empfehlen. Zusätzlich sind Therapiedecken durch die verschiedenen Gewichtsoptionen, Größen und Designs individualisierbar. Sowohl für den privaten Gebrauch zu Hause als auch für Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und therapeutische Praxen finden sich Modelle, die zu einer Steigerung des Wohlbefindens beitragen können.


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